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  DER O-BUNKER  
 

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Der Gang zum O-Bunker verläuft über eine lange Treppe und während man hinuntersteigt, registriert man das Monogramm von König Frederik IX und die Jahreszahl 1953, das Jahr vom Bau der Anlage, die allerdings erst ab 1954 genutzt wurde. O-Bunker ist eine Verkürzung des Begriffs "Operationsbunker". Dieser Bunker war in Krisen- wie in Friedenszeiten das Zentrum für die militärischen Operationen. In Kriegszeiten sollte er als Feuerleitzentrale für die grossen Geschütze fungieren, zur Land- und Luftverteidigung des Forts. In Friedenszeiten war die Überwachung des Schiffsverkehrs die Hauptaufgabe. Rund um die Uhr war der O-Bunker besetzt - zu Krisenzeiten mit 25 Mann, in Friedenszeiten mit weniger als halber Stärke. 

'Bevor man die schwer gepanzerte Tür passiert, die stets geschlossen sein musste, sieht man eine Schiesscharte, versehen mit mehreren Holzrahmen, welche eventuelle feindliche Geschosse auffangen sollten. Die Schiesscharte war ein Teil der Nahverteidigung des Bunkers, und der hier postierte Schütze war zur Verteidigung des Eingangsbereichs eingesetzt. Gleich rechts hinter dem Eingang liegt eine kleine Toilette, im Raum daneben die Telefonzentrale, mit einem Telefonisten bemannt, der das Umstellpult bedient. Die Wände der Zentrale sind mit schallisolierendem Material versehen. Im kleinen Schränkchen hinter dem Telefonisten waren unter Verschluss Pistolen gelagert. Nächster Raum auf der rechten Seite ist der sog. BoN-Raum, ein Kürzel für "Bewachung und Nahverteidigung". Hier sind diverse Karten und Tafeln zu sehen. Unter anderem eine Tafel, auf der die Wettermeldungen der dänischen Flugstationen vermerkt wurden und eine "Schiesscheibe" zur Positionsmarkierung feindlicher Kräfte in Fortnähe Von einem Schalter aus wurde die Nahverteidigung per Telefon koordiniert. Hier befinden sich auch die Bedienungselemente für Aussenbeleuchtung und Überwachungskameras. Hinter dem BoN-Raum war der Funkraum eingerichtet. Per Funk hielt man so Verbindung zu anderen Einheiten von Luftwaffe und Marine. Der folgende Raum ist der Kryptoraum. Wenn man im Alltag den Begriff "kryptisch" benutzt, meint man damit etwas nicht zu verstehendes - und genau darum geht es hier: Mitteilungen - im militärischen Sprachgebrauch Funksignale - konnten nicht im Klartext übermittelt werden, denn so hätte der Feind sie ja lesen können. Die Signale mussten kryptifiziert oder verschlüsselt werden bzw. für Unbefugte unverständlich gemacht werden. Nur derjenige, der über den Decodierschlüssel verfügte, konnte die Signale entschlüsseln oder entkryptifieren. Dieses System stand unter grösster Geheimhaltung. Der Funker, der mit Kryptogrammen zu tun hatte, wurde deshalb in seinem eigenen kleinen Raum isoliert. Man sieht den Funkunteroffiziert am Fernschreiber. Die Funksprüche konnten schnell wiederholte Male per Lochband gesendet werden und wurden je nach Wichtigkeit - "secret" oder "top secret" - mit einem Stempel versehen. Eine Röhre in der Wand war die Verbindung zwischen dem Kryptoraum und dem wachhabenden Offizier im angrenzenden Zimmer, dem Operationsraum. 

Dieser Raum wird von einem grossen Leuchttisch beherrscht - einem sog. Plottertisch - mit einer Karte über die Ostsee und die dänischen Gewässer. Ein Marinesoldat steht am Tisch, mit einem Fettkreidestift, bereit gemeldete Informationen über die Bewegung feindlicher Einheiten in die Karte einzutragen. Hinter ihm, am Pult, steht der kommandierende Offizier: Links sind verschiedene Tafeln zu sehen. Eine davon mit Positionen von Schiffen der NATO: Olfert Fischer; Grønsund; Falster usw. eine andere für observierte Schiffe des Ostblocks, z.B. russische , polnische und ostdeutsche. Im amerikanisch geprägten NATO-Jargon unterscheidet man zwischen "skunk", "friendly" und "neutral". Sämtliche Ostblock-Fahrzeuge und deren Position, Kurs und Geschwindigkeit wurden auf dem Plottertisch festgehalten und laufend nach Meldungen der Küstenwachstationen, Kriegsschiffe und Flugzeuge aktualisiert. Die Bemannung des Operationsraumes bestand aus max. 5 Personen: dem kommandierenden Ofizier, 2 Funkern für die Fernschreiber und 2 Plottergasten (Marinesoldaten) für Plottertisch und Radar.

 
     
     
   
 

 

 
 

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