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Minenräumen im Grossen Belt

 
 

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Museen beschäftigen sich normalerweise nicht mit Tatsachen und Informationen, die in der heutigen Zeit stattfinden. Aber wir vom Langelandsfort sind der Meinung, dass es gerade im Zusammenhang mit unserer Ausstellung über Seeminen wichtig ist, unsere Besucher über das Räumen und unschädlichmachen von diese Minen zu informieren. Das Räumen größerer Mengen Explosiven auf dem Meeresboden ist nicht ein typisch Dänisches, sondern viel mehr ein internationales Problem.

 
     
 

Aus Anlass der Eröffnung unserer Ausstellung über Seeminen, erhielt das Museum eine Einladung von der dänischen Marine, an einer Minenräumung im Großen Belt teilzunehmen.

Diese Aufgabe sollte auf dem Minensuchboot MS D5 „Hirsholm“, in Zusammenarbeit mit der MS F4, unter Kommando des “Kaptajnløjtnant“ Andreas Johansen, Teamleiter des MCM (Mine Counter Measures = Minenabwehr) Danmark, stattfinden.

 
     
   
     
 

Das Museum des Kalten Krieges “Langelandsfort” wurde bei dieser Aufgabe vom ehemaligen „oversergent“ Filip Nielsen vertreten. Dieser hatte früher bei den dänischen Kampfschwimmern gedient und war deshalb für die damalige Seeminenräumung ausgebildet.

 
     
 

Das Schiff verlies um 06.30 Uhr den Hafen von Bagenkop und fuhr anschließend in Richtung südlicher Großer Belt, wo es eine Stunde später ankam. Die MS D5 „Hirsholm“ ist mit einem Unterwasser Roboter (ROV) vom Typ „Double Eagle MK IIS“ ausgestattet. Dieses Gerät ist konstruiert und ausgerüstet, um den Meeresboden zu untersuchen. Es wird mittels eines Kabels, das auch die Sonar- und Videobilder transportiert, ferngesteuert. Der Operator, der das Fahrzeug lenkt, sitzt auf der Brücke des „Hirsholm“.

 
     
   
     
 

Wenn ein Objekt gesichtet worden ist, wird zuerst festgestellt ob es sich um eine Seemine oder, was meistens der Fall ist, um einen grossen Stein handelt. Die Besatzung manövriert dazu sowohl das Schiff als auch den ROV mit ungläublicher Präzision, ohne ihre Aufmerksamkeit zu verlieren.

 
     
   
     
 

Stunden lang werden dutzende Objekte auf dem Meeresboden untersucht und als Steine beurteilt. Eine gewisse Monotonie macht sich bemerkbar. Aber dann, plötzlich erscheint ein Schatten auf dem Monitor. Die Drohne wird in eine andere Position manövriert und da liegt er: eine Mine aus dem 2. Weltkrieg, dunkel und geisterhaft.

 
     
   
     
 

“Es ist eine englische MK I-IV, während des 2. Weltkriegs aus einem Flugzeug abgeworfen. Dreihundert Kilo Sprengstoff“, meldet der Minenräumungsoffizier sachlich. Die Position, 54⁰.41,6 N – 010⁰.48,2 E, sowie einige andere wichtige Daten werden schnell in den Rechner eingegeben. „Das war die Nummer 26 dieses Jahres“, teilt der Minenräumungsoffizier mit.
 

Alle Positionen waren schon zuvor gefunden, als man den Meeresboden mithilfe eines ferngesteuerten Side-Scan-Sonars untersucht hatte. Anschließend wurden diese Aufnahmen an Bord des „Hirsholm“ näher studiert. Die „interessanten“ Objekte wurden anschließend mit dem Unterwasser-Roboter näher untersucht.

 
     
   
  Minenkarte der Gewässer beim  Langelandsfort Foto einer Mine von der Side-Scan Sonar    
 

 

 
 

Am Ende eines langen Tages wird der Unterwasser-Roboter wieder auf Deck gehievt, um ihn zur Sprengung der Mine vorzubereiten. Unter der Drohne wird eine Sprengladung von 30 Kg mit einem elektronischen Detonator befestigt.

 
     
   
     
 

Der Roboter wird jetzt zur Mine zurück dirigiert, wo er die Sprengladung genau neben der Mine ablegt. Dann wird er wieder zurück an Bord gehievt. Über Funk werden alle Schiffe in der Umgebung gewarnt, dass auf einer bestimmten Position eine Unterwasserexplosion stattfinden wird. Nachdem das Kommando zur Sprengung gegeben worden ist, hört man kurz nacheinander zwei Explosionen und sieht wie die Meeresoberfläche sich wölbt.

 
     
   
     
 

Die Besatzung kommt in der Messe zusammen, um einen traditionellen Sprengungskuchen und Kaffee zu sich zu nehmen. Dann wird das Schiff klar gemacht für die Rückfahrt nach Bagenkop Havn.

 
     
   
     
 

Es ist ein langwieriges und zeitverschwendendes Prozedere, das in den Dänischen Gewässern vor sich geht. Aber leider ist es eine notwendige Arbeit. Die Dänische Marine verfügt über zwei solcher Minenräumungseinheiten, die das ganze Jahr hindurch damit beschäftigt sind Seeminen in den Dänischen Gewässern zu suchen. Die Besatzungen gehören zur MCM Danmark, dem Dänische Minenabwehr Dienst. Auch Dänemark hat eine internationale Verpflichtung Seeminen zu räumen. Auch diese Verpflichtung beschäftigt die Besatzungen während eines Teils des Jahres.

Anfang 2013 soll diese Einheit ins Baltikum. Nicht nur um Minen zu räumen, sondern auch um an Übungen und Training teilzunehmen, zusammen mit den bestehenden internationalen Minenabwehrdiensten, die in der ganzen Welt operieren.

 
     
     
     
 

Die Aufnahmen von Computermonitoren sind Eigentum des MCM Danmark

Alle anderen Aufnahmen sind Eigentum des Langelands Museum

 
     
     
     
     
 

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