Deutsche ausgabe  
     
     
 

15 cm Kanonen

 
 

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Das Fort besitzt vier 15 cm Kanonen P.K.L. L/55 Modell M/1930. Die Originalbezeichnung ist 15 cm S.K.C/28 L/55. Die Kanonen waren deutsche Marinegeschütze vom gleichen Typ, wie sie als Seitenartillerie auf Schlachtschiffen (Schlachtkreuzern), wie z.B."Scharnhorst" und "Gneisenau" verwendet wurden. Die Kanonen sind jedoch in Lafetten Küst MPL C/36 montiert, zur Verwendung der Küstenartillerie an Land. Obwohl das Konstruktionsjahr 1928 ist, sind sie zum Aufstellungszeitpunkt zeitgemäss und mit Konstruktionen in anderen Ländern auf gleichem Stand. Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde von den Deutschen eine Küstenartilleriebatterie auf Fynshoved aufgestellt und daher stammen die 4 Kanonen, die im Langelandsfort zu sehen sind. An den Keilverschlüssen erkennt man noch Reichsadler und Hakenkreuz. Die Kanonen sind von der Firma Rheinmetall konstruiert, wurden aber bei Ende des Krieges in der damaligen Tschechoslowakei in den Skoda-Werken hergestellt. Zu der Zeit herrschte grosse Materialknappheit, so dass die Kanonen ohne Schutzschilder nach Dänemark geliefert wurden. Diese Schutzschilder sind erst nach Aufstellung auf Langeland montiert worden.

Jedes Geschütz wurde in seiner eigenen Stellung mit Munitions- und Mannschaftsbunker aufgestellt. 1957 wurde eine 127 mm P.K. L/45 M/1934 als Beleuchtungsgeschütz für die Hauptbatterie am Strand aufgestellt. Weil das Übungsschiessen die Nachbarschaft stark belästigte, wurde in den Jahren 1962-64 eine Strandbatterie mit zwei 15 cm Geschützen vom gleichen Typ wie die Hauptbatterie angelegt. Diese zwei Geschütze kamen von einer anderen deutschen Batterie, Hesbjerg bei Gilleleje und waren zum gleichen späten Zeitpunkt des Krieges nach Dänemark gekommen. Ab 1973 wurde die Hauptbatterie eingemottet, aber es wurden weiterhin noch Bedienungsmannschaften ausgebildet.

Jedes Geschütz wurde von einer 15 Mann starken Mannschaft bedient. Die Reichweite betrug 22 km, was bedeutete, dass man das ganze Gewässer bis nach Lolland unter Beschuss nehmen konnte. Eine gut trainierte Mannschaft konnte 6 Schuss pro Minute abgeben. Eine Granate alleine wog 45 kg.


 

 
 
 
     
 
 
 

Das letzte Bild ist von Fyens Hoved.

 
 

Das vorletzte Bild ist vom Schiessen mit 12,7 cm

 
 

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       Geschichte der 15 cm Kanonen im Museum Langelandsfort

Das Kalt-Kriegs-Museum Langelandsfort hat den Ursprung der Kanonen im Langelandsfort untersucht. Hier ist der Bericht:

Die Kanonen sind in den Skoda-Werken in Pilsen in der damaligen Tschechoslowakei hergestellt worden. Die Konstruktion wurde aber von Rheinmetall-Borsig in Düsselsdorf  gefertigt.  Die Stahlmarke bxb beispielsweise, in den Schutzschildern, ist die Stahlmarke der Skoda-Werke.

Die Skoda Holding berichtet, dass Skoda am 15.05.1939 eine Bestellung von vierzig 15 cm SK C/28 L/55 in Küst MPL C/36 erhielt. Im April 1941 wurden weitere 40 Stück bestellt und 1942 weitere 100 Stück. Dieser Auftrag hatte jetzt  den Charakter eines militärischen Befehls. Das bedeutete, dass die Werke nicht ablehnen konnten. Sämtliche Geschütze wurden in Küstenlafetten geliefert. Die Skoda-Werke haben niemals diese Geschütze in anderen Lafetten geliefert, d.h., sie haben niemals 15 cm Geschütze zur Aufstellung auf Schlachtschiffen geliefert. Dagegen haben sie einige wenige 15 cm Geschütze für Torpedobootskanonen geliefert. (Quelle: PhDr. Vladislav Kratky, Skoda Museum).

Zur Jahreswende 1944/45 wurden 8 Geschütze vom Typ 15 cm SK C/28 in der Lafette Küst MPL C/36 von den Skoda-Werken nach Dänemark geliefert. Alle waren ohne Schutzschilder, da man zu der Zeit keinen Stahl mehr beschaffen konnte. Sie wurden per Eisenbahn transportiert. Wie lange die Fahrt dauerte,wissen wir nicht, aber die Batterie wurde nie fertig. Es muss eine logistische Meisterleistung gewesen sein, in Anbetracht der Zustände, die zum Schluss des Krieges in Deutschland geherrscht haben.

Die Geschütze hatten die Fabrikationsnummern 1457 - 1464 einschliesslich. Die vier niedrigsten Nummern kamen nach Hesbjerg bei Gilleleje und die übrigen nach Fynshoved. Keine der Batterien wurde bis zum Kriegsende fertiggestellt. Die Hesbjerg-Geschütze wurden nach dem Krieg als Hauptbatterie in Kongelundsfort aufgestellt. Dieses Fort wurde kurze Zeit später geschlossen und die Geschütze wurden in die Waffenlager der Marine übernommen. Zwei davon wurden 1963 am Strand vor dem Langelandsfort aufgestellt, wo sie bis zur Schliessung des Forts blieben. Die Fabrikationsnummern waren 1458 und 1459. Nummer 1457 steht heute im Museumscenter Hanstholm, 1458 steht in Jütland bei einer Privatperson, 1459 steht beim Marineverein in Ebeltoft . Was aus 1460 geworden ist, ist nicht bekannt, aber sie ist höchstwahrscheinlich auch eingeschmolzen worden. Die vier Geschütze (1461-1464) von Fynshoved kamen alle zum Langelandsfort, wo sie mit einem dänischen Schutzschild versehen wurden. Sie sind alle ein Teil des Kaltkriegs-Museum Langelandsfort.

Das Kaltkriegsmuseum Langelandsfort hat noch eine 150mm Kanone bekommen, die auf dem Parkplatz vom Langelandsfort steht. Die Kanone (1094) ist eine kleine Seltenheit. 1936 wurde mit der deutschen Firma HAPRO in Berlin ein Vertrag gemacht über die Lieferung von 8 Kanonen diesen Typs (Küstenverteidigungsausgabe). Die Firma HAPRO war verantwortlich für deutsche Exportinteressen nach China. Als die Kanonen in 1937 fertigproduziert waren, war das Verhältnis Deutschland / China so angespannt, dass praktisch nur die ersten 4 Kanonen (1088-1089-1090-1091) nach China geliefert wurden.

Die restlichen produzierten 4 Kanonen und weitere 4 die auch bestellt waren, wurden nicht geliefert. Sie wurden von der deutschen Kriegsmarine übernommen. Die ersten vier (1092-1093-1094-1095) kommen zur Batterie Vineta in Swinemünde und die nächsten vier zur Batterie Holtzendorff auf Borkum.

Rheinmetall hat nur eine kleine Anzahl dieser Küstenverteidigungs-Kanonen produziert und im Mai 1939 haben die Skodafabriken die Produktion übernommen.

Die Kanone ist übrigens in den 50er Jahren von Holland nach Dänemark gekommen, als Teil  eines grossen Tauschhandels mit anderen Kanonen.

Alle anderen, ausser der Kanone (1094) im Museum Langelandsfort, sind verschrottet. Vas aus den vier Kanonen in Kina geworden ist, ist nicht bekannt.

Es wurde innerhalb der dänischen Marine viele Jahre berichtet, dass die 15 cm Geschütze im Langelandsfort vom Schlachtschiff "Gneisenau" stammen. Alle Hinweise über frühere Standorte auf verschiedenen Kriegsschiffen sollten gemäss des oben angeführten mit gewissen Vorbehalten betrachtet werden.

Bezüglich der 15 cm Geschütze mit Einzellauf vom Schlachtschiff  "Gneisenau" haben unsere Ermittlungen ergeben, dass sie  nach Wangerooge gekommen sind. (Quelle: Freiburg /Jan Egil Fjørtoft) Auf der Insel wird erzählt, dass gegen Kriegsende einige Geschütze vom Schlachtschiff  "Gneisenau" zur Insel gebracht und in der Küstenbatterie Jade aufgestellt wurden. Als die Engländer nach der deutschen Kapitulation nach Wangeroo ge kamen, sprengten sie sofort sämtliche Kanonenstellungen.

Us liegen einige Fotos von de Kanonen sowie eine Karte über die Stellungen vor. Ob die Geschütze vom Schlachtschiff "Gneisenau" stammen, lässt sich an Hand der Fotos nicht feststellen. Aber das es sich um Schiffsgeschütze handelt, ist eindeutig. Die Geschütze wurden später von einem Schrotthändler aus Hamburg abgeholt. (Quelle: Inselchronist Hans Jürgen Jürgens, Wangerooge).

Ein Lieferschein von einer der acht 15 cm Kanonen, die zum Schluss des Krieges nach Dänemark geschickt wurden und von denen vier Stück heute im Museum Langelandsfort stehen. Es muss eine logistische Höchstleistung gewesen sein, acht 25 Tonnen schwere Kanonen von Pilsen in der Tschechoslowakei unter den damaligen chaotischen Verhältnissen nach Dänemark zu transportieren. Wie lange es gedauert hat, wissen wir nicht, aber die Batterie wurde nie fertiggestellt. Siehe Datum auf dem Lieferschein.

   
   
 

   
 

Das Dokument wurde uns freundlicherweise vom Skoda Museum zur Verfügung gestellt.

   
   
 

   
 

Die Bilder sind von der Batterie Jade Ost auf der Insel Wanngerooge.

   
   
   
   
   
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